Therwil gestaltet Spielräume aus Sicht der Jüngsten
19.03.2026
Das neue Konzept für Spielplätze und Freiräume in Therwil, dass der Gemeinderat im August 2025 verabschiedet hat, bildet die Grundlage für die zukünftige Gestaltung und Pflege der öffentlichen Spielräume.
Es definiert, wie die Gemeinde diese Plätze nachhaltig plant, baut und unterhält.
Um herauszufinden, was ein guter Spielplatz tatsächlich leisten muss, hat die Gemeinde jene befragt, die es am besten wissen, nämlich die Kinder selbst. Gemeinderat Philipp Brugger, Gemeinderätin Claudia Degen Hettenbach, Silvan Bugnon, Rektor der Primarstufe Therwil, sowie Thomas Meyer, Fachbereichsleiter Tiefbau, Strassen und Wasser, besuchten Kinder direkt auf dem Spielplatz beim Kindergarten an der Parkstrasse. Auf Anregung des Kinder- und Jugendbeauftragten Mirko Müller wollten sie dort deren Erfahrungen, Wünsche und Beobachtungen aus erster Hand hören.
Dabei wurde deutlich, dass Kinder Spielräume mit einer besonderen Mischung aus Fantasie, Mut und Neugier wahrnehmen. Ihre Sichtweise ist unmittelbar und unverstellt und gerade deshalb zentral für die zukünftige Planung. Gleichzeitig wurde klar, dass die Kinder den ersten nach Konzept sanierten Spielplatz sehr schätzen. Sie erzählten begeistert, dass sie überall gerne spielen und sich sehr wohl fühlen. Ein Kind z.B. brachte seine Begeisterung mit den Worten auf den Punkt: «Alles ist mega toll.»
Ein Gesprächsthema der Kinder war die Wackelbrücke. Viele berichteten, dass sie beim Überqueren Mut brauchen. Einige erzählten stolz, wie sie sich Schritt für Schritt überwunden haben. Diese Verbindung aus Herausforderung und Freude ist genau das, was Spielplätze lebendig macht. Die Kinder beschrieben die Brücke als aufregend, lustig und manchmal auch etwas schwierig.
Der Holzturm war ein weiterer Höhepunkt. Dort können die Kinder klettern, ausprobieren, sich verstecken und Geschichten erfinden. Er bietet zugleich Abenteuer und Vielseitigkeit. Auch der grosse Baumstamm erhielt viel Aufmerksamkeit. Die Kinder ruhen sich dort gerne aus, balancieren darüber oder zeigen ihre Kletterkünste. Der Spielplatz ist ein Ort, der frei genutzt wird und von jeder und jedem unterschiedlich interpretiert werden kann. Diese Elemente machen einen Spielplatz vielseitig, wertvoll und fördern die Kreativität, die Problemlösungsfähigkeit und das Selbstbewusstsein der Kinder.
Ein Wunsch wurde ebenfalls geäussert. Ein Kind meinte: «Eine Schaukel fehlt.» Gleichzeitig zeigten die Kinder, dass sie über ihren eigenen Spielplatz hinausblicken. Viele lobten beispielsweise den nahegelegenen Fussballplatz und betonten, wie gerne sie die unterschiedlichen Spielangebote in Therwil nutzen.
Auch humorvolle Bemerkungen gehörten zum Gespräch. So erklärte ein Kind mit einem Augenzwinkern: «Gel im Haar ist eine Verschwendung, ich mache das nur bei einem Fotoshooting von heute.»
Nach dem vielen Herumtoben spendierte die Gemeinde den Kindern ein «Znüni», die sie gemeinsam auf der Holzbank genossen. Ausserdem erhielt jedes Kind einen Spielplatz-Profi-Ausweis, dessen Rückseite es kreativ gestalten durfte.
Das neue Konzept verpflichtet die Gemeinde dazu, die Stimmen der Kinder systematisch in die Planung einzubeziehen. Der Bereich Gesellschaft führt die Partizipation durch, während der Bereich Bau, Raumplanung und Infrastruktur für die bauliche Umsetzung und den Unterhalt verantwortlich ist.
In den kommenden Jahren werden weitere Spielplätze saniert und an die Bedürfnisse der Nutzenden angepasst. Als nächstes steht der Kindergartenspielplatz an der Alemannenstrasse im Fokus. Auch dort werden die Stimmen der Kinder eine wichtige Rolle spielen. Damit zeigt die Gemeinde, dass die wichtigste Expertise nicht aus Fachberichten stammt, sondern aus den Erlebnissen jener, die den Spielplatz täglich nutzen, nämlich der Kinder.
