Müdigkeit am Steuer: eine oft unterschätzte Gefahr

26.01.2026

Auf der Strasse stellt sich Müdigkeit manchmal schleichend und unbemerkt ein.

Nach einem langen Arbeitstag, einer längeren Fahrt oder einem üppigen Essen lässt die Aufmerksamkeit nach und die Reaktionsfähigkeit nimmt ab. Viele Lenkerinnen und Lenker glauben, sie könnten «noch ein wenig durchhalten». Eine weit verbreitete, aber riskante Angewohnheit. Der Touring Club Schweiz erinnert daran, dass das rechtzeitige Erkennen der Warnsignale und das richtige Verhalten entscheidend sein können.

Wer müde fährt, verliert nach und nach die Kontrolle über sein Fahrverhalten. Wiederholtes Gähnen, Schwierigkeiten, die Augen offen zu halten, oder verschwommenes Sehen sind klare Warnzeichen. Häufig kommen Verspannungen im Rücken- und Nackenbereich sowie eine nachlassende Konzentration hinzu. Die Gefahr ist heimtückisch: Müdigkeit verringert die Reaktionsfähigkeit – oft, ohne dass sich die fahrende Person dessen bewusst ist. Innerhalb weniger Sekunden kann eine gewöhnliche Fahrt so in einem Unfall enden.

Erkennungshilfen – mit Grenzen
Seit Juli 2024 sind Neuwagen mit einem Müdigkeitswarner ausgestattet. Dieses System analysiert das Fahrverhalten und warnt optisch und akustisch, wenn eine Pause erforderlich wird. In gewissen Fahrzeugen kann auch der Spurhalteassistent auf eine nachlassende Aufmerksamkeit hinweisen. Diese Systeme sind jedoch nicht unfehlbar und fehlen bei vielen älteren Modellen. In den meisten Fällen bleibt der Fahrer oder die Fahrerin die einzige Person, die die Anzeichen von Müdigkeit erkennen und rechtzeitig anhalten kann.

Einfache Massnahmen für mehr Wachsamkeit
Gegen Müdigkeit gibt es nur ein wirklich wirksames Mittel: Schlaf. Ausreichend Schlaf vor Fahrtantritt ist entscheidend. Tritt während der Fahrt Schläfrigkeit auf, kann ein kurzer Powernap von 15 bis 20 Minuten genügen, um die Aufmerksamkeit wieder auf ein akzeptables Niveau zu bringen. Notlösungen wie Koffein, laute Musik oder frische Luft überdecken die Müdigkeit lediglich kurzfristig, ohne sie zu beseitigen.

Weitere gute Gewohnheiten sind ebenfalls wichtig: leicht essen, regelmässig trinken, das Rauchen am Steuer vermeiden und spätestens alle zwei Stunden eine Pause einlegen helfen, die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten. Anhalten, um sich zu bewegen oder zu dehnen, oder – wenn möglich – sich beim Fahren abzuwechseln, trägt ebenfalls zur Risikominimierung bei.

Aufmerksam bleiben – bis zum Ziel
Müdigkeit am Steuer ist niemals harmlos. Sie zu erkennen und unverzüglich zu handeln, ist ein Zeichen von Verantwortung gegenüber sich selbst und gegenüber allen anderen Verkehrsteilnehmenden. Wer auf die eigenen Grenzen achtet und regelmässige Pausen einlegt, trägt aktiv zu mehr Sicherheit auf den Strassen bei. Auf der Strasse ist Wachsamkeit lebenswichtig.

Müdigkeit am Steuer
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